25. NOVEMBER INTERNATIONALER TAG GEGEN GEWALT AN FRAUEN UND MÄDCHEN

Die Psychotherapeutenkammer Hamburg unterstützt die Kampagne der Bäckerinnung und des Arbeitskreises gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Hamburg.

Die offiziellen Zahlen sind erschreckend, und das Dunkelfeld ist nach wie vor groß, da Gewalt in Partnerschaften und Familie immer noch zu oft tabuisiert und verheimlicht wird. Die jüngsten Zahlen des Bundeskriminalamtes sprechen eine deutliche Sprache: Es sind ganz überwiegend Frauen (82%), die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Fast die Hälfte von ihnen lebte zum Tatzeitpunkt mit dem Täter in einem Haushalt (49%). Mehr als 104.000 Frauen erlebten nach offiziellen Angaben in 2015 Gewalt und Misshandlungen und waren Opfer von Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung, Stalking, Totschlag, Mord, Vergewaltigung und sexueller Nötigung.

Die Brötchentüten-Kampagne ist vor diesem Hintergrund eine wichtige öffentlichkeitswirksame Aktion, die die gesellschaftliche Aufmerksamkeit am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auf dieses Thema lenkt.

Körperliche, psychische oder sexuelle Gewalterfahrungen verletzen die Würde der betroffenen Frauen und Mädchen. Sie wirken oftmals in hohem Maße traumatisierend und führen zu einer schwerwiegenden Erschütterung des Vertrauens in Beziehungen und zur Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls. Belastende seelische Erkrankungen wie posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen, somatoforme Störungen wirken sich oftmals noch Jahre später auf das Wohlbefinden und die Lebensgestaltung aus. Ausreichende, schnell zugängliche und qualifizierte psychotherapeutische Unterstützungsangebote sind deshalb unabdingbar. Ein besonderes Augenmerk muss zudem auf die Gewaltprävention gelegt werden. Das Präventionsgesetz und die Landesrahmenvereinbarung Prävention mit ihrer Orientierung an den Lebenswelten Kita, Schule, Arbeit und Quartier bieten gute Voraussetzungen, um bewährte Projekte zur Gewaltprävention großflächig umzusetzen bzw. neue Konzepte zu erproben.

Dipl.-Psych. Heike Peper
Präsidentin