REIFE-PRÜFUNGEN: KRISEN UND BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN JUNGER ERWACHSENER

Beim 4. Tag der seelischen Gesundheit von Ärzte- und Psychotherapeutenkammer Hamburg steht die seelische Gesundheit junger Erwachsener im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Reife-Prüfungen“ geht es sowohl um Probleme und Entwicklungsrisiken dieser Lebensphase als auch um Entwicklungschancen und Bewältigungsstrategien. Studien zeigen, dass junge Erwachsene überproportional häufig an psychischen Störungen leiden – etwa zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen sind davon betroffen.

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg und der Bundesärztekammer fordert anlässlich der Veranstaltung in der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg: „Wir müssen die Versorgung dieser jungen Menschen dringend verbessern.“ Dazu gehörten neben entsprechenden ärztlichen und psychotherapeutischen Angeboten intensive Kommunikation und die Bereitschaft, hinzusehen: „Eltern, Lehrer, Trainer, Freunde: Wenn man den Eindruck hat, jemand braucht psychologische oder psychiatrische Hilfe, sollte man das nicht bagatellisieren.“ Psychische Störungen gelten vielen immer noch als Tabu: „Es darf keine Überwindung kosten, um Hilfe für die Seele zu bitten, sondern muss genauso selbstverständlich sein wie der Besuch beim Hausarzt mit somatischen Beschwerden.“

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks betont in ihrem Grußwort die Kooperation: „Unser gesundheitliches Versorgungssystem wird wegen psychischer Erkrankungen immer mehr in Anspruch genommen, gerade auch von jungen Erwachsenen. Hamburg hat die wohnortnahe klinische kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung in den letzten Jahren erheblich ausgebaut. Aber wir brauchen darüber hinaus auch einen Austausch und das Zusammenwirken der spezialisierten Berufe in unserem Gesundheitssystem – im Zusammenspiel mit dem persönlichen Umfeld der Betroffenen -, um die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. Gerade an den Schnittstellen von Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie.“

Heike Peper, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer: „Globalisierung, Digitalisierung, Veränderung von Rollenbildern und Identitäten sind wesentliche Aspekte gesellschaftlicher Entwicklungen, mit denen Jugendliche und junge Erwachsene sich auseinandersetzen müssen. Die damit verbundenen Herausforderungen für das Erwachsenwerden können verunsichernd wirken und vor allem bei bereits vorhandener Vulnerabilität zu seelischen Störungen führen. Hier müssen wir möglichst frühzeitige und niedrigschwellige Hilfsangebote machen.“


Pressestelle der Ärztekammer Hamburg
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verantwortlich: Sandra Wilsdorf / 29. März 2017

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