DRINGENDE BITTE AN DAS BUNDESMINISTERIUM FÜR GESUNDHEIT, DEN BESCHLUSS DES ERWEITERTEN BEWERTUNGSAUSSCHUSSES VOM 29.03.2017 ZU BEANSTANDEN.

Pressemitteilung der PTK Hamburg vom 30.03.2017

Nach dem Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses am 29.03.2017 zur Vergütung der neu in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen Leistungen der psychotherapeutischen Sprechstunde und der Akutbehandlung droht die Reform zu scheitern. Im Vergleich zu den genehmigten Therapiesitzungen soll die Vergütung der neuen Leistungen um ca. 5% geringer ausfallen, obwohl damit deutlich höhere Anforderungen an die Praxisorganisation und mehr Koordinationsaufgaben verbunden sein werden.

Kammerpräsidentin Heike Peper: „Dieser Beschluss ist mehr als enttäuschend und nicht hinnehmbar. Er wird vermutlich dazu führen, dass die psychotherapeutischen Praxen die neuen Leistungen gar nicht oder nur im vorgeschriebenen Mindestmaß, z.B. bei den Sprechstunden, anbieten werden. Der Wille der Politik, durch eine Flexibilisierung und Erweiterung des Behandlungsangebots die psychotherapeutische Versorgung zu verbessern, wird so ad absurdum geführt. Wir richten deshalb an das Bundesministerium für Gesundheit die dringliche Bitte, diesen Beschluss des Bewertungsausschusses zu beanstanden.“

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten setzen ihr Wissen, ihre Kompetenzen, ihre Arbeitskraft zum Wohle ihrer Patientinnen und Patienten ein, und sie müssen ihre Praxen auch wirtschaftlich führen können. Der aktuelle Beschluss des Bewertungsausschusses steht in einer Reihe bisheriger Beschlüsse, in denen die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen fortgesetzt zu gering bemessen wurde. In der Vergangenheit mussten deshalb höchstrichterliche Entscheidungen zu Neuberechnungen und Nachzahlungen erstritten werden. Deshalb fordern Psychotherapeutenkammern und Berufsverbände schon lange eine gesetzliche Regelung zur angemessenen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen. Es zeigt sich, dass diese nötiger denn je ist.

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Pressmitteilung: Reform der Psychotherapierichtlinie droht zu scheitern