Sprechstunde, Akutbehandlung und deren Vergütungen

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat die Praxis-Info „Psychotherapie-Richtlinie“ überarbeitet und um die neuen Vergütungsregelungen insbesondere für Sprechstunde und Akutbehandlung ergänzt. Nach langem politischem Ringen und Eingreifen des Bundesgesundheitsministeriums war die Vergütung der neuen psychotherapeutischen Leistungen auf das Niveau der antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen angehoben worden. Die einzelnen Regelungen sind jetzt auch in der Praxis-Info „Psychotherapie-Richtlinie“ im Detail dargestellt.

Die Praxis-Info „Psychotherapie-Richtlinie“ kann auf der BPtK-Homepage als PDF-Dokument heruntergeladen oder als Printversion bei der Geschäftsstelle (bestellungen@bptk.de) bestellt werden.

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ANTRAGSFORMULARE UND HINWEISE

Seit dem 1.9.2017 können PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen bei der Psychosozialen Beratungs- und Koordinationsstelle von SEGEMI eine Sprachmittlerin / einen Sprachmittler für eine psychotherapeutische bzw. psychiatrische Behandlung mit nicht Deutsch sprechenden Patientinnen und Patienten beantragen. Das Modellprojekt wird gefördert durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen des „Hamburger Integrationsfonds“. Aus diesen Mitteln werden auch Schulungen und Supervisionen für die SprachmittlerInnen finanziert. Insgesamt 200.000,- € stehen dafür bis zum Juli 2018 zur Verfügung.

Am 20.09.2017 informierte der Verein SEGEMI e.V. in seiner Auftaktveranstaltung „Arbeit zu Dritt – Modellprojekt zur Integration von SprachmittlerInnen in die ambulante psychotherapeutisch-psychiatrische Versorgung“ über das gleichnamige Projekt.

 

PRESSEMITTEILUNG DER PTK HAMBURG

Hamburg: Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten am 20.9.2017 die Informationsveranstaltung „Arbeit zu Dritt – Modellprojekt zur Integration von SprachmittlerInnen in die ambulante psychotherapeutisch-psychiatrische Versorgung“. SEGEMI Seelische Gesundheit – Migration und Flucht, e.V. hatte in Kooperation mit der Psychotherapeutenkammer Hamburg und dem PARITÄTISCHEN in Hamburg eingeladen, um das Projekt vorzustellen und einen ersten Einblick in die Praxis zu gewähren.

Seit dem 1.9.2017 können PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen bei der Psychosozialen Beratungs- und Koordinationsstelle von SEGEMI eine Sprachmittlerin / einen Sprachmittler für eine psychotherapeutische bzw. psychiatrische Behandlung mit nicht Deutsch sprechenden Patientinnen und Patienten beantragen. Das Modellprojekt wird gefördert durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen des „Hamburger Integrationsfonds“. Aus diesen Mitteln werden auch Schulungen und Supervisionen für die SprachmittlerInnen finanziert. Insgesamt 200.000,- € stehen dafür bis zum Juli 2018 zur Verfügung.

Heike Peper, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hamburg, zeigt sich erfreut: „Wir sind positiv überrascht, auf welches Echo die Veranstaltung stößt. Es zeigt, dass der Bedarf an qualifizierten Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern groß ist.“

Weitere Stellungnahmen entnehmen Sie bitte der beigefügten Pressemitteilung.

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Städte zwischen Duisburg und Dortmund nicht länger benachteiligen

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert, im Ruhrgebiet über 700 Psychotherapeuten zusätzlich zuzulassen. „Zwischen Duisburg und Dortmund darf sich grundsätzlich nur ein Drittel der Psychotherapeuten wie in anderen Städten niederlassen“, kritisiert BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz. „Wir fordern, die systematische und massive Benachteiligung der psychisch kranken Menschen an Rhein und Ruhr jetzt endlich zu beseitigen.“ Der Gemeinsame Bundesausschuss berät ab heute eine Reform der Bedarfsplanung, nach der die Anzahl der Ärzte und Psychotherapeuten im Ruhrgebiet neu berechnet werden soll.

Das Ruhrgebiet gilt in der bisherigen Bedarfsplanung als „Sonderregion“. Danach werden in den Städten an Ruhr und Emscher deutlich weniger Ärzte und Psychotherapeuten zugelassen als anderswo. „Das ist fachlich nicht zu begründen“, stellt BPtK-Präsident Munz fest. „Die Menschen im Ruhrgebiet sind keineswegs erheblich gesünder als im übrigen Deutschland. In fast allen Großstädten sind die Menschen dort aufgrund der Sozialstruktur und der hohen Arbeitslosigkeit sogar psychisch gefährdeter als im Durchschnitt.“ Aus Sicht der BPtK darf deshalb das nordrhein-westfälische Kohle- und Stahlrevier in der Bedarfsplanung nicht länger als „Sonderregion“ eingeordnet werden. Außerdem muss die Anzahl der zugelassenen Psychotherapeuten an die höhere Häufigkeit psychischer Erkrankungen angepasst werden.

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GRUNDLEGENDE REFORM DER BEDARFSPLANUNG NÖTIG!

Hamburger Parteien nehmen Stellung zur Forderung der Psychotherapeutenkammer Hamburg nach einer Reform der aktuellen Bedarfsplanung.

Wer derzeit in Hamburg einen ambulanten Psychotherapieplatz braucht, muss in der Regel mit einer Wartezeit von mehreren Monaten rechnen. Ein Zustand, der starke Nerven und einen langen Atem erfordert. Kompetenzen, an denen es psychisch kranken Patientinnen und Patienten in der Regel fehlt. „Dieses Versorgungsdefizit ist nicht hinnehmbar“, sagt Dipl.-Psych. Heike Peper, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hamburg (kurz: PTK Hamburg). „Hinzu kommt der Umstand, dass wir nach der aktuellen Bedarfsplanung eine nominelle Überversorgung von 170 % haben, was theoretisch einen Abbau von psychotherapeutischen Sitze erfordert“, erklärt die Psychotherapeutin besorgt. Eine unhaltbare Diskrepanz, die nicht nur in Hamburg für Aufsehen sorgt. Deutschlandweit, vor allem in Großstädten, zeigt sich ein ähnlich verzerrtes Bild.

Im Hinblick auf die kommenden Bundestagswahlen hat die PTK Hamburg einen Katalog an Themen zusammengestellt, für die in der kommenden Legislaturperiode hoher Entwicklungs- und Handlungsbedarf besteht – bundesweit und in Hamburg. Einer der zentralen Punkte des Positionspapiers „Politik für psychisch kranke Menschen“ betrifft die Forderung nach einer grundlegenden Reform der Bedarfsplanung. „Für Hamburg bedeutet das konkret, regionale Bedarfe und Versorgungserfordernisse noch genauer zu untersuchen, um aktuelle Versorgungsengpässe zu schließen und in der Zukunft zu vermeiden“, so die Präsidentin. Die Reaktionen der Hamburger Parteien fallen unterschiedlich aus.

SPD-Sprecher Lars Balcke sieht den Handlungsbedarf aufseiten der Selbstverwaltung von Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen. „Den Auftrag zur Überarbeitung der Bedarfsplanungsrichtlinie, die zukünftig kleinräumiger und unter Einbeziehung der sozioökonomischen Faktoren erfolgen soll, konnten wir in den Verhandlungen zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz durchsetzen. Nun ist es an der gemeinsamen Selbstverwaltung, die Überarbeitungen vorzunehmen.“

Auch Dr. Christoph Ploß von der CDU sieht die Selbstverwaltung am Zug: „Wir erwarten, dass die ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten sich in den Gremien der gemeinsamen Selbstverwaltung verantwortungsbewusst einbringen und zur Sicherung der Versorgung beitragen.“ Er betont aber zugleich: „Unabhängig von den von den Selbstverwaltungspartnern vereinbarten Lösungen werden auch wir das Thema kritisch im Blick behalten.“

Anja Hajduk und Manuel Sarrazin Kandidatin und Kandidat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN für den Bundestag bejahen die von der PTK Hamburg geforderte Reform der Bedarfsplanung und teilen die Ansicht, dass die der Bedarfsplanung zugrunde gelegten Verhältniszahlen nicht den realen Versorgungsbedarf widerspiegeln. In ihrer schriftlichen Antwort betonen sie: „Damit Menschen in Krisen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, muss das psychotherapeutische Angebot bedarfsgerecht ausgebaut und hierfür die Bedarfsplanung grundlegend reformiert werden.“

Auch Dr. Wieland Schinnenburg, Bundestagskandidat der FDP für Hamburg, bestätigt das Dilemma in der Hansestadt. „Nominelle Überversorgung und lange Wartezeiten zeigen, wie unzureichend die Bedarfsplanung ist.“ Den Grund dafür sieht der Politiker in der Planung selbst. „Das ist das Problem jeder Planwirtschaft, die niemals geeignet ist, den wirklichen Bedürfnissen der Menschen zu entsprechen.“ Er zeigt sich skeptisch dem Ansatz gegenüber, dass eine korrigierte Datenerhebung zu einer optimalen Bedarfsplanung führt. „Das mag eine gewisse Verbesserung bringen, jedoch bleibt es bei einer Planwirtschaft und dazu wird viel Energie auf die Erhebung der Daten verwendet. Diese sollte besser der Patientenbehandlung zukommen“, so der Sprecher der FDP. „Deshalb bin ich für eine großzügige Zulassung von Psychotherapeuten,“ erklärt Dr. Schinnenburg.

Olga Fritzsche, die das Hamburger Regionalbüro für DIE LINKE- Kandidat Fabio De Masi leitet, bekräftigt die Forderung der PTK Hamburg. „Eine bedarfsgerechte Versorgung ist, auch wenn dies für den Hamburger Raum so attestiert wird, bisher in keiner Weise gegeben.“ Sie plädiert für eine kleinräumige Planung. „Insbesondere in Gebieten, die einkommensschwächer sind, ist die Zahl der dort ansässigen PsychotherapeutInnen viel zu gering“, so die Sprecherin. „Unabhängig vom Versicherungsstatus und Einkommen muss jedem Menschen der dessen bedarf, eine psychotherapeutische Beratung oder Behandlung in einem angemessenen Zeitrahmen zur Verfügung stehen. Die Bedarfsplanung sollte den tatsächlichen Bedarfen (unter Berücksichtigung der erhöhten Bedarfe bei bestimmen Personengruppen wie Arbeitslosen, Geflüchteten etc.) entsprechend umgehend reformiert werden.“

Das Positionspapier „Politik für psychisch kranke Menschen“ finden Sie unter diesem Link.


Für die vollständigen Stellungnahmen der Politikerinnen und Politiker, weitere Hintergrundinformationen sowie Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an:
Dipl.- Psych. Heike Peper | Präsidentin
Psychotherapeutenkammer Hamburg
peper[at]ptk-hamburg.de |Tel.: 040 226 226 060


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PM: PTK Hamburg fordert: Schluss mit langen Wartezeiten – grundlegende Reform der Bedarfsplanung nötig!

ANTWORTEN DER BUNDESTAGSABEGORDNETEN ZUR PSYCHOTHERAPEUTISCHEN VERSORGUNG IN HAMBURG

In der ambulanten und stationären Versorgung psychisch kranker Menschen hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Dennoch gibt es weiterhin erkennbare Versorgungsdefizite. Angesichts der hohen Prävalenzzahlen und der hohen Krankheitslast durch psychische Erkrankungen, die sich unter anderem in einer hohen Zahl von Arbeitsunfähigkeitstagen und Frühberentungen zeigen, sowie der damit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten sind unseres Erachtens weitere Anstrengungen im Hinblick auf eine Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Menschen dringend nötig.

Der Vorstand der Psychotherapeutenkammer Hamburg hat sich deshlab mit drei zentralen Fragen zur psychotherapeutischen Versorgung in Hamburg an die BundestagskandaidatInnen in Hamburg gewandt.
Die drei Fragen beziehen sich auf die Themen Bedarfsgerechte Versorgung, Kultur- und Sprachmittlung sowie Psychotherapieausbildung.

Die Stellungnahmen der Parteien CDU, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, die Linke sowie FDP können Sie in dieser Datei nachlesen:
Antworten der BundestagskandidatInnen Hamburg.pdf (PDF, 683 kb)

Das Positionspapier „Politik für psychisch kranke Menschen – es gibt weiterhin Handlungs- und Entwicklungsbedarf!“ finden Sie hier:
Positionspapier: Politik fur psychisch kranke Menschen.pdf (PDF, 595 kb)