BGH SETZT JAMEDA SCHRANKEN

Das Arzt- und Psychotherapeutenbewertungsportal jameda muss die Daten einer Ärztin auf seiner Homepage löschen. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor (Urteil vom 20. Februar 2018, Aktenzeichen VI ZR 30/17).

Begibt man sich auf die Suche nach Psychotherapeuten oder Ärzten im Internet, gelangt man schnell auf Bewertungsportale wie jameda. Bei Abrufen eines Profils von Psychotherapeuten oder Ärzten auf diesem Portal, die keine zahlenden Kunden sind, wirbt jameda dort bisher für andere Ärzte und Psychotherapeuten. Die Werbung für die Konkurrenz kann von Ärzten und Psychotherapeuten nur verhindert werden, in dem sie einen kostenpflichtigen Vertrag mit jameda abschließen. Damit verlasse jameda seine Stellung als „neutraler“ Informationsmittler, so der BGH, und muss das Profil der klagenden Ärztin, die keine zahlende Kundin war, nun löschen. Jameda kündigte an, zukünftig die Werbung in dieser Form nicht mehr durchzuführen. Der BGH hält allerdings grundsätzlich Bewertungen von Ärzten und Psychotherapeuten im Internet auch gegen deren Willen für zulässig.

„Ich bin froh, dass der BGH zumindest diesem Auswuchs an Kommerz ein Ende gesetzt hat“, stellt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer klar.

Links:

Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs

Wir laden ein zum Symposium:

 

250 Tage Sprachmittlerpool
– Modellprojekt zur Integration von SprachmittlerInnen in die ambulante psychotherapeutisch-psychiatrische Versorgung: Erste Ergebnisse

 

Wann?
Am 02.05.2018 von 16:00 – 20:00 Uhr

Wo?
Kassenärztliche Vereinigung Hamburg, Humboldtstraße 56, 22083 Hamburg

Was?
Das Programm können Sie hier einsehen: Sprachmittlerpool Programm .pdf (PDF, 317 kb)

Punkte:
Für die Teilnahme werden 5 Fortbildungspunkte vergeben.

Kosten:
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung
Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich. Bei Interesse können Sie auch kurzfristig ohne Anmeldung teilnehmen.

 BITTE UM BETEILIGUNG

Eine bundesweite Befragung wendet sich an alle approbierten PsychotherapeutInnen, die in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung von Erwachsenen und/ oder Kindern und Jugendlichen arbeiten und ihre Psychotherapien (auch) im Rahmen der Kostenerstattung nach §13.3 SGB V durchführen.

Nachdem sich zwischen 2005 und 2015 die Ausgaben für Kostenerstattung gemäß § 13 Abs. 3 SGB V fast verzehnfacht hatten, wurde mit Einführung der neuen Psychotherapierichtlinie diese Form der Finanzierung von Psychotherapie deutlich eingeschränkt. Da es aber nach wie vor lange Wartezeiten bei VertragspsychotherapeutInnen gibt, ist die Kostenerstattung für viele PatientInnen ein wichtiger Zugang zu einer ambulanten Psychotherapie.

In der von den Psychotherapeutenkammern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein konzipierten bundesweiten Befragung sollen Aspekte der derzeitigen psychotherapeutischen Versorgung im Rahmen der Kostenerstattung nach §13.3 SGB V erfasst werden. Ziel ist es, den aktuellen Stand zu dokumentieren bzw. mit der Situation vor der Einführung der neuen Psychotherapierichtlinie zu vergleichen, um daraus ggf. gesundheitspolitische Forderungen ableiten zu können. Hierzu wurde auf der Basis einer bereits 2014 durchgeführten ähnlichen Befragung ein Fragebogen entwickelt*), den Sie über den Link unten aufrufen und online ausfüllen können. Für die Aussagekraft der Erhebung und damit für die politische Argumentation ist eine möglichst hohe Beteiligung hilfreich und notwendig. Bitte unterstützen Sie dieses Vorhaben, das Ausfüllen des Fragebogens erfordert etwa 20-30 Minuten Ihrer Zeit.

Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig und kann jederzeit ohne Speicherung der Daten beendet werden. Sie ist bis zum 15. März 2018 möglich.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich an dieser wichtigen Erhebung beteiligen und bedanken uns im Voraus für Ihre Unterstützung!

Befragung Kostenerstattung.pdf (PDF, 208 kb)


*) Die Ergebnisse dieser Befragung wurden publiziert im Psychotherapeutenjournal 4/2015, Download hier.

FORTBILDUNGSVERANSTALTUNG DER PTK HAMBURG

In der Veranstaltung werden Fragen zur Abstinenz in der Psychotherapie behandelt. Johannes Schopohl, Jurist und wissenschaftlicher Referent der Bundespsychotherapeutenkammer, wird zu diesem Thema referieren.

Im Anschluss werden Fallbeispiele aus der psychotherapeutischen Praxis vorgestellt und diskutiert. Eigene Fallbeispiele und Fragen können von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingebracht werden.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Es werden 3 Fortbildungspunkte vergeben. Hier finden Sie den Veranstaltungsflyer:
Flyer „Abstinenz in der Psychotherapie“.pdf (PDF, 691 kb)

BPtK: G-BA lässt psychisch kranke Menschen weiter warten

Psychiatrische Institutsambulanzen sollen auch künftig in der Bedarfsplanung pauschal auf die Arztgruppe der Psychotherapeuten angerechnet werden. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) heute beschlossen. Obwohl Psychiatrische Institutsambulanzen nachweislich im Schwerpunkt keine psychotherapeutischen Leistungen erbringen, werden sie in der Bedarfsplanung bis Ende 2022 pauschal auf die Gruppe der Psychotherapeuten angerechnet. „Der G-BA verlängert damit wissentlich eine fachlich falsche Regelung, die in der ambulanten Versorgung von psychisch kranken Menschen weiter zu langen Wartezeiten führt“, stellt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), fest. „Patienten erhalten in Psychiatrischen Institutsambulanzen vor allem eine psychiatrische Basisversorgung, ergänzt um pflegerische und ergotherapeutische Leistungen. Psychotherapie findet dort in aller Regel nicht statt.“

Durch die willkürliche G-BA-Entscheidung droht in den kommenden Jahren ein zusätzlicher Abbau von psychotherapeutischen Praxen. In Regionen, in denen durch Psychiatrische Institutsambulanzen ein Versorgungsgrad von mehr als 140 Prozent erreicht wird, besteht die Gefahr, dass Praxissitze nicht mehr nachbesetzt werden. In ländlichen Regionen, in denen die Bedarfsplanung grundsätzlich viel zu wenige Praxen vorsieht, könnten sich die Wartezeiten auf eine psychotherapeutische Behandlung dadurch weiter verlängern.

Psychiatrische Institutsambulanzen versorgen grundsätzlich andere Patienten als psychotherapeutische Praxen. Sie behandeln psychisch kranke Menschen, die wegen der Art, Schwere oder Dauer der Erkrankung nicht ausreichend in ambulanten Praxen versorgt werden können. Dabei erhält ein Drittel der Patienten in Psychiatrischen Institutsambulanzen nur einen Termin pro Quartal, ein weiteres Drittel lediglich 2 oder 3 Termine. In einer psychotherapeutischen Behandlung ist dagegen ein Termin pro Woche die Regel. „Der G-BA hat eine offensichtlich fachlich falsche Regelung verlängert“, kritisiert BPtK-Präsident Munz. „Dies ist Politik zulasten psychisch kranker Menschen.“

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ERGEBNISSE DER KOALITIONSGESPRÄCHE VON CDU, CSU UND SPD

Das zentrale Anliegen der Psychotherapeutenschaft steht auf der Agenda von CDU, CSU und SPD. Die Reform der Psychotherapeutenausbildung soll zügig abgeschlossen werden. Das ist ein Ergebnis der Koalitionsverhandlungen.

Auch das Thema psychische Gesundheit hat nach den Ergebnissen der Koalitionsgespräche einen hohen Stellenwert. Psychische Erkrankungen zählen die Parteien zu den Volkskrankheiten. Sie sollen gezielt durch Maßnahmen in der Forschung, der Prävention, der Behandlung und Rehabilitation bekämpft werden.

Die Koalitionsverhandlungen sind jetzt abgeschlossen. Vorbehaltlich der Zustimmung der drei Parteien soll eine neue Bundesregierung zeitnah mit der Umsetzung des Regierungsprogrammes beginnen.

Wissenschaftsrat verabschiedet Empfehlungen zu den Perspektiven der Psychologie

Der Wissenschaftsrat hat Empfehlungen zu den „Perspektiven der Psychologie in Deutschland“ vorgelegt. Einen Schwerpunkt bildet die Reform der Psychotherapeutenausbildung. Psychische Störungen gehörten zu den häufigsten Erkrankungen und spielten in der Versorgung und bei den Sozialversicherungen eine bedeutende Rolle. Daher sei eine gute Qualifizierung von Psychotherapeuten von großem gesellschaftlichem Interesse.

„Der Wissenschaftsrat sendet ein starkes Signal an Bund und Länder, dass Psychotherapeuten bereits im Studium sowohl wissenschaftlich als auch praktisch ausreichend für die Versorgung qualifiziert werden müssen“, kommentiert Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), die Empfehlungen. Der Wissenschaftsrat favorisiert ein Bachelorstudium der Psychologie und ein verfahrens- und altersgruppenübergreifendes Masterstudium der Klinischen Psychologie und Psychotherapie sowie eine einjährige Praxisphase. Anschließend sollen Absolventen nach Überprüfung ihrer praktischen Handlungskompetenzen ihre Approbation erhalten können und in der Weiterbildung für die Fachkunde qualifiziert werden.

„Damit wir die prekäre finanzielle und rechtliche Situation der Psychotherapeuten in Ausbildung endlich beenden, müssen die vor der Weiterbildung erforderlichen Praxisphasen auch Teil des Studiums sein“, stellt Munz zum Vorschlag des Wissenschaftsrates fest, als Alternative zu einem 6-jährigen Studium ein Praktisches Jahr zwischen das Studium und die Approbation zu legen. „Der Arzt im Praktikum wurde aus gutem Grund abgeschafft. Fehler von damals dürfen jetzt nicht wiederholt werden.“

Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung. Seine Empfehlungen zu den Perspektiven der Psychologie in Deutschland hat er am 26. Januar 2018 verabschiedet.

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