BPtK fordert getrennte Codierung von Psychotherapie

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat auch dieses Jahr Vorschläge für eine bessere Leistungserfassung in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) eingereicht. Die Vorschläge greifen Themen aus dem letzten Jahr auf, die zwar diskutiert und als grundsätzlich sinnvoll bewertet, aber nicht umgesetzt wurden.

Der Operationen- und Prozedurenschlüssel bildet nach wie vor Psychotherapie nicht in geeigneter Weise ab. Auch der Schweregrad einer Erkrankung kann nicht kodiert werden. Aus Sicht der BPtK soll Psychotherapie getrennt von anderen Gesprächsleistungen, wie z. B. Gesprächen mit Behördenvertretern, erfasst werden. Zur Abbildung des Schweregrads einer psychischen Erkrankung schlägt sie die Einführung eines Ratinginstruments vor, der Health of the Nation Outcome Scales (HoNOS), das auch bei der Entwicklung eines Qualitätssicherungsverfahrens „Schizophrenie“ empfohlen wird. Ein weiterer Vorschlag der BPtK bezieht sich auf die Übernahme der Behandlungsverantwortung durch Psychotherapeuten. Die Vorschläge werden auch auf der Webseite des DIMDI (www.dimdi.de) veröffentlicht.

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BPtK: Schritt für Schritt-Anleitung für Psychotherapeuten sowie Patienteninfo

Psychotherapeuten können nun erstmals bei Patienten, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung in ihrer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt sind oder bei denen eine solche Beeinträchtigung droht, Rehabilitation verordnen, wenn sie von der Krankenkasse bezahlt wird. Die Befugnis, medizinische Rehabilitation zu verordnen, stärkt die Rolle der Psychotherapeuten in der Versorgung psychisch kranker Menschen.
Eine Reha, die die Rentenversicherung finanziert, muss weiterhin vom Versicherten selbst beantragt werden.

Damit die neue Befugnis leichter umgesetzt werden kann, informiert die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) in ihrer neuen Broschüre aus der Reihe Praxis-Info darüber, unter welchen Voraussetzungen und bei welchen Patienten Psychotherapeuten eine medizinische Rehabilitation verordnen können und veranschaulicht Schritt für Schritt und anhand von Fallbeispielen, wie das Verordnungsformular auszufüllen ist. Darüber hinaus enthält die Praxis-Info hilfreiche Informationen über die rechtlichen und konzeptuellen Grundlagen der medizinischen Rehabilitation sowie ein Informationsblatt, welches Psychotherapeuten ihren Patienten aushändigen können.

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PSYCHOTHERAPEUTINNEN UND PSYCHOTHERAPEUTEN FÜR 2. MODUL DER EVALUATION DER PSYCHOTHERAPIE-RICHTLINIE GESUCHT!

Sehr geehrte Kammermitglieder,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), die Landespsychotherapeutenkammern und das Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben im November 2017 gemeinsam eine Onlinebefragung der Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten durchgeführt, um die Auswirkungen der Reform der Psychotherapie-Richtlinie zu untersuchen. Diese Befragung war der erste Teil eines Projekts mit dem Ziel, frühzeitig belastbare Informationen zu Änderungen im Versorgungsgeschehen im Zusammenhang mit der Reform zu erhalten. Dadurch sollen frühzeitig Hinweise auf erforderliche Anpassungen und den möglichen Nachsteuerungsbedarf gewonnen werden, um so fundierte Vorschläge für eine weitere Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung machen zu können.

In einem zweiten Schritt soll nun auch die Perspektive der Patientinnen und Patienten einbezogen werden, um ein umfassendes Bild der möglichen Umsetzungsprobleme und Versorgungsdefizite zu erhalten. Daher ist eine zweite Studie geplant, in der Patientinnen und Patienten zu ihren Erfahrungen in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung befragt werden sollen. Befragt werden Patientinnen und Patienten bzw. bei Kindern deren Bezugspersonen, die im Zeitraum von Mai/Juni 2018 eine psychotherapeutische Sprechstunde in Anspruch nehmen.

Dafür sind wir als Kammern auf die Mithilfe unserer niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen angewiesen. Gesucht werden Vertragspsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten, die bereit sind, ihre Patientinnen und Patienten bzw. bei Kindern deren Bezugspersonen, die bei ihnen eine psychotherapeutische Sprechstunde in Anspruch nehmen, zu bitten, an einer Onlinebefragung teilzunehmen. Die Befragung soll unter anderem dazu dienen zu erfragen, welche Zugangswege und welche Barrieren es in der psychotherapeutischen Versorgung gibt, welche Wartezeiten beim Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung bestehen, wie stark belastet Patientinnen und Patienten sind, die eine psychotherapeutische Sprechstunde in Anspruch nehmen und welche Erwartungen sie an die Sprechstunde haben.

Vier Monate später soll über eine zweite Befragung untersucht werden, wie Patientinnen und Patienten im Anschluss an die psychotherapeutische Sprechstunde weiter versorgt werden und wie sich ihre Beschwerden in dieser Zeit verändern.

Die für die Teilnahme an der Studie erforderlichen Unterlagen erhalten interessierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vorab. Darin enthalten sind die relevanten Informationen zum Ablauf der Studie, sowie Einverständniserklärungen für teilnahmebereite Patientinnen und Patienten. Patientinnen und Patienten können in der Praxis die Einverständniserklärung für die Teilnahme an der Studie unterschreiben und ihre E-Mail-Adresse für die anschließende Onlinebefragung angeben. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut gibt diese an das UKE weiter. Das UKE wird dann die Befragung der Patientinnen und Patienten online nach der letzten Sprechstundenleistung sowie vier Monate später durchführen. Außerdem werden die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gebeten, einige Angaben zu ihrer Praxis zu machen und Basisdaten zu den teilnehmenden und nicht-teilnehmenden Patientinnen und Patienten zu erfassen.

Die Studie soll untersuchen, welche Effekte der Reform auf die ambulante psychotherapeutische Versorgung aus der Perspektive der Patientinnen und Patienten festzustellen sind und in welchen Bereichen Versorgungsdefizite bestehen. Auf Basis der Studienergebnisse sollen dann Vorschläge an den Gesetzgeber und die gemeinsame Selbstverwaltung entwickelt werden, wie Belastungen von Patientinnen und Patienten und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten reduziert und die ambulante Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen weiter verbessert wer-den kann.

Wenn Sie bereit sind, sich an der Studie zu beteiligen, können Sie die Postadresse Ihrer Praxis für die Teilnahme an der Studie unter folgendem Link eingeben:
uhh.de/rfa50
Im April 2018 erhalten Sie dann vom UKE alle erforderlichen Unterlagen per Post an diese Adresse.

Wir würden uns freuen, wenn Sie auch dieses zweite Modul der Evaluation der Psychotherapie-Richtlinie mit Ihrer Teilnahme unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Psych. Heike Peper (Präsidentin)
Dipl.-Psych. Torsten Michels (Vizepräsident)


Evaluation PT-Richtlinie Modul 2.pdf (PDF, 229 kb)

 

EXISTENZIELLE KRISEN UND DIE FRAGE NACH DEM SINN

Die Veranstaltung ist leider ausgebucht

 

Thema

 

Schwerwiegende seelische oder körperliche Erkrankungen, erschütternde Lebensereignisse oder -veränderungen, massive Bedrohungs- und Gewalterfahrungen sind beispielhafte Gründe dafür, dass Menschen in existenzielle Krisen geraten.
Bisherige Orientierungen und Gewissheiten über sich selbst und die Welt sind auf einmal in Frage oder auf den Kopf gestellt. Der Blick in die Zukunft erscheint ungewiss, düster oder angstbeladen. Die Fragen nach dem Sinn können verzweifelt und quälend sein:
• Warum passiert mir das?
• Womit habe ich das verdient?
• Was habe ich falsch gemacht?
• Wie soll ich damit weiterleben?
• Werde ich sterben?

Es erfordert Mut und Vertrauen, sich diesen Fragen zu stellen. Auch Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die Menschen in diesem Prozess begleiten, brauchen Mut und Vertrauen. Sie brauchen eine klare und offene therapeutische Haltung, fachliches Wissen und eine angemessene Selbstfürsorge, um gute Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter in unsicherem Gelände zu sein. Wir hoffen, dass die geplanten Fachvorträge und Workshops Ihnen anregende Informationen und Denkanstöße geben, und laden Sie zu Austausch und Reflexion mit den Referentinnen und Referenten ein.

„Hoffnung ist nicht Optimismus, nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“
Vaclav Havel

Wir laden Sie ein zum 7. Hamburger Psychotherapeutentag und freuen uns darauf, Sie in den Räumlichkeiten der KV Hamburg zu begrüßen!

Dipl.-Psych. Heike Peper (Präsidentin)
Dipl.-Psych. Torsten Michels (Vizepräsident)


 

 

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Vormittags


09:00 Uhr Anmeldung, Begrüßung

09:30 Uhr Eröffnung durch Präsidentin Dipl.-Psych. Heike Peper

09:45 Uhr Vorträge

Die philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens
Dr. Thomas Kriza
Die Frage nach dem Sinn des Lebens fragt nach dem umfassenden Zusammenhang unserer Vorstellungen des guten Lebens mit unseren Vorstellungen von der Welt. Welche philosophischen Strategien der Sinnsetzung kennt die moderne Philosophie? Weshalb fällt es gerade dem modernen Denken – anders als etwa dem antiken – so schwer, auf die Frage nach dem Sinn des Lebens überzeugende und klar mitteilbare Antworten zu finden?

Psychosen als existenzielle Krisen und die Frage nach dem Sinn
Prof. Dr. Thomas Bock / Gwen Schulz
Psychosen sind zu verstehen als Lebenskrisen besonders dünnhäutiger Menschen. Die Gründe, dass die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt durchlässig werden, können vielfältig sein – individuell, sozial, gesellschaftlich. Gemeinsam nach der subjektiven Bedeutung zu fragen, nach dem möglichen Sinn zu suchen, kann helfen, die ungewöhnlichen Erfahrungen wieder anzueignen, ist beziehungs- stiftend und therapeutischer Auftrag. Ein dialogischer Vortrag, der diesen Anspruch mit Leben füllt.

11:15 Uhr Kaffeepause

11:45 Uhr Vortrag

Existenzielle Belastungen und sinnzentrierte Interventionen: Überblick über den Stand der Forschung
Prof. Dr. Anja Mehnert
Der Vortrag gibt einen Überblick über den Stand der Forschung zur inhaltlichen Konzeption und Auftretenshäufigkeit existenzieller Belastungen wie bspw. Demoralisierung und Verlust an Lebenssinn im Rahmen der Verarbeitung von Krankheiten oder schweren Lebensereignissen. Es werden darauf aufbauend psychotherapeutische Ansätze vorgestellt, die auf den Lebenssinn fokussieren, und Studien zur Wirksamkeit dieser Interventionen präsentiert.

12:30 Uhr Diskussion mit den Vortragenden

13:15 Uhr –
14:15 Uhr: Mittagspause

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Nachmittags


14:15 Uhr Workshops

Workshop A – !ausgebucht!
Managing Cancer and Living Meaningfully (CALM): Eine sinnzentrierte Kurzzeitintervention für Patientinnen und Patienten mit einer unheilbaren Erkrankung

Leitung: Prof. Dr. Anja Mehnert
CALM ist eine manualisierte sinnzentrierte Kurzzeitintervention für Patientinnen und Patienten mit einer unheilbaren Erkrankung zur Verbesserung psychischer Belastungen und der Lebensqualität. CALM fokussiert in drei bis acht Einzelsitzungen auf die Dimensionen (i) Symptommanagement und Kommunikation mit dem Behandlungsteam, (ii) Veränderungen des Selbst und Beziehungen zu nahestehenden Menschen, (iii) Spiritualität und Lebenssinn, sowie (iv) Gedanken an die Zukunft, Hoffnung und Sterblichkeit.

Workshop B – !ausgebucht!
Psychotherapie und Genesungsbegleitung – fruchtbare Zusammenarbeit
Leitung: Prof. Dr. Thomas Bock / Gwen Schulz
Psychotherapie bei Psychosen ist Pflichtleistung der Kassen. Alle Leitlinien bestätigen ihren Wert. Sie muss beziehungsorientiert sein und verpflichtet alle psychotherapeutischen Schulen, über den eigenen Tellerrand zu sehen. Genesungsbegleitung durch Peers hat einen eigenen Stellenwert, stärkt nachweislich die Selbstwirksamkeit, macht Mut. Beide Angebote können sich vielfältig ergänzen. Recovery-Orientierung gibt Anregungen.

Workshop C – !ausgebucht!
Die existenzielle Psychotherapie Irvin Yaloms
Leitung: Dipl.-Psych. Sigrid Pape
Laut Yalom liegen einem Großteil unterschiedlichster psychischer Probleme existenzielle Ängste zugrunde: die Angst vor dem Tod, vor Isolation, Freiheit und Sinnlosigkeit. Ein bewusster Umgang mit existenziellen Fragen vertieft die therapeutische Begegnung und kann neue Lebensperspektiven eröffnen. Der Workshop bietet Selbsterfahrung, Information und professionellen Austausch.

!Workshop D – !ausgebucht!
Ressourcen, die aus Krisen erwachsen
Leitung: Dipl.-Psych. Bärbel Göttmann / FÄ Anke Behrens
In der psychotherapeutischen Arbeit ist eine ressourcenorientierte Sichtweise inzwischen eine selbstverständlichkeit. Das war nicht immer so. Nach einer Klärung der zentralen Begriffe Resilienz und Ressourcen geben wir einen kurzen Abriss über deren zunehmenden Eingang in die psychotherapeutische Praxis. Den „Ressourcen, die aus Krisen erwachsen“, nähern wir uns mit einer imaginativen Übung, um dann im gemeinsamen Austausch die vielfältigen Methoden der Ressourcenaktivierung zu sammeln.

Workshop E – !ausgebucht!

Suizidalität im Alter
Leitung: Dipl.-Psych. Silvia Renken
Zwei existenzielle Krisen? Alt werden und suizidal? Wir sind mit den Themen Tod und Sterben konfrontiert. Wie ist unsere eigene Auseinandersetzung als Therapeutin / Therapeut mit diesen Themen? Diesen und Ihren Fragen, auch anhand von Fallbeispielen können wir in diesem Workshop nachgehen.

Workshop F – !ausgebucht!
Back to the roots: Braucht die moderne Psychotherapie (wieder mehr) Philosophie?“
Leitung: Dr. Thomas Kriza / Dipl.-Psych. Torsten Michels
Die Philosophie ist eine der Grundlagenwissenschaften der Psychotherapie. Philosophische Ansätze prägen explizit oder implizit u.a. das Menschenbild, das Krankheitsverständnis und die therapeutische Haltung der verschiedenenP sychotherapieverfahren. Kann die Philosophie uns auch Orientierung geben in der Weiterentwicklung der Psychotherapie und in unserer zukünftigen Rolle als Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten? Welche philosophischen Ansätze sind hilfreich, orientierend und sinnstiftend?

16:15 Uhr Interkollegialer Austausch
17:00 Uhr Ende der Veranstaltung


 

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Veranstaltungsort

 

7. Hamburger Psychotherapeutentag
Samstag, 09.06.2018, 09.00 – 17:00 Uhr
Kassenärztliche Vereinigung Hamburg
Humboldtstraße 56
22083 Hamburg

Einen Anfahrtsplan finden Sie hier.


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Gebühren


Die Teilnahmegebühr für den Psychotherapeutentag beträgt

  • 60,- € inkl. Imbiss & Getränken

 

  • ermäßigt: 25,- € inkl. Imbiss & Getränken (für Studierende und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung)

Bitte überweisen Sie den Betrag bis zum 28.05.2018 auf das unten angegebene Konto oder erteilen Sie uns ein SEPA-Lastschriftmandat.

Bankverbindung:
IBAN: DE56200505501208121317
BIC: HASPDEHHXXX


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Punkte


Für die Teilnahme an dem Psychotherapeutentag erhalten die Teilnehmenden 8 Fortbildungspunkte.


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Anmeldung

Anmeldeschluss ist der 26. Mai 2018
Die Zahl der Teilnehmenden in den Workshops ist begrenzt.

Bitte füllen Sie zur Anmeldung die unten aufgeführten Felder aus.

Die Veranstaltung ist leider ausgebucht

Bewertungsausschuss beschließt EBM-Änderungen für Psychotherapeuten

Der Bewertungsausschuss hat die Honorierung für Soziotherapie und medizinische Rehabilitation geregelt, wenn diese von Psychotherapeuten verordnet werden. Damit können ab dem 2. Quartal 2018 auch Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Soziotherapie und medizinische Rehabilitation, die von den Krankenkassen bezahlt werden, verordnen und abrechnen. Die Erstverordnung von Soziotherapie (GOP 30810) und die Folgeverordnung (GOP 30811) werden jeweils mit 17,90 Euro, die Verordnung von medizinischer Rehabilitation (GOP 01611) mit 32,18 Euro (Stand: 1. Januar 2018) vergütet.

Um Soziotherapie verordnen zu können, müssen Psychotherapeuten zuvor bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung eine Abrechnungsgenehmigung beantragen. Hierfür ist auch die Erklärung einer Kooperation mit einem gemeindepsychiatrischen Verbund oder einer vergleichbaren Versorgungsstruktur einzureichen. Für die Rehabilitationsverordnung muss dagegen keine Abrechnungsgenehmigung beantragt werden.

Seit Juni 2017 sind die Änderungen der Soziotherapie- und Rehabilitations-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses in Kraft, die die neuen Befugnisse von Psychotherapeuten zur Verordnung von Soziotherapie und medizinischer Rehabilitation regeln. Mit diesen neuen Befugnissen verfügen Psychotherapeuten über weitere wichtige Bausteine, um eine umfassendere Versorgung von Menschen mit chronischen und schweren psychischen Erkrankungen besser koordinieren zu können. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat bereits eine „Praxis-Info Soziotherapie“ veröffentlicht, in der auch erläutert wird, wie Psychotherapie und Soziotherapie sich ergänzen und aufeinander aufbauen können.

Mitte März 2018 wird die BPtK auch eine Praxis-Info „Medizinische Rehabilitation“ veröffentlichen, in der ausführlich und anhand von Fallbeispielen beschrieben wird, wann und wie Psychotherapeuten eine medizinische Rehabilitation verordnen können.

Links:

BPtK Praxis-Info „Soziotherapie“

ZUM GUTACHTEN DES WISSENSCHAFTLICHEN BEIRATS ZUR HUMANISTISCHEN PSYCHOTHERAPIE VOM 19.01.2018

Am 19.01.2018 berichteten wir aus der BPtK über ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) zur Humanistischen Psychotherapie:
Humanistische Psychotherapie kein wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren

Die Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT) hat nun eine Stellungnahme zu diesem Gutachten veröffentlicht, die Sie hier nachlesen können:
Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie – Stellungnahme: Gutachten des WBP zur Humanistischen Psychotherapie vom 19.01.2018

Kassen und Krankenhäuser vereinbaren bundeseinheitliche PIA-Dokumentation

Ab dem 1. Juli 2018 müssen die Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) nach einem bundesweit einheitlichen Katalog dokumentieren, welche Leistungen sie erbringen. Hierzu muss tagesbezogen und getrennt nach Berufsgruppen dokumentiert werden, in welchem zeitlichen Umfang ein Patient Einzel- oder Gruppenpsychotherapie, Gespräche zur medikamentösen Ein- oder Umstellung oder eine Krisenintervention erhalten hat. Auch ob eine aufsuchende Behandlung stattgefunden hat, in welchem Umfang und welche Leistungen dabei konkret erbracht wurden, wird zukünftig erfasst.

Nicht umgesetzt wurde jedoch die gebotene Differenzierung bei den Berufsgruppen zwischen Psychologen und Psychologischen Psychotherapeuten/Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Ärzten und Fachärzten. Das ist aus Sicht der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) nicht sachgerecht. Zwar stellen die neuen Dokumentationsanforderungen mehr Transparenz über das Leistungsgeschehen her, welche Strukturqualität eine PIA wirklich vorhält bleibt jedoch weiterhin unklar. Das ist auch deshalb kritisch, weil mit der neuen PIA-Dokumentation eine Übermittlung der zur Leistungserbringung eingesetzten personellen Kapazitäten an die Krankenkassen vor Ort verbunden ist.

Die Übermittlung der personellen Kapazitäten erfolgt erstmalig bis zum 31. März 2020 für die Leistungen des Jahres 2019. Sie soll die Grundlage dafür sein, wie ambulante Krankenhausleistungen in der Bedarfsplanung berücksichtigt werden können. Aus Sicht der BPtK wäre es jedoch nur angemessen, die PIA-Leistungen in der Bedarfsplanung zu berücksichtigen, bei denen ein Patient aufgrund zu großer Entfernung zu einem geeigneten Psychotherapeuten in einer PIA behandelt wurde. Der viel häufigere Grund dürfte jedoch sein, dass Patienten wegen der Schwere und Chronizität der Erkrankung in einer PIA und nicht in einer ambulanten Praxis behandelt werden. Leistungen für solche Patienten gehören jedoch nicht in die ambulante Bedarfsplanung, sondern sind klassische Krankenhausleistungen. Die Ursache für die PIA-Behandlung müsste deshalb ebenfalls Teil der Dokumentation sein.

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