BPtK bietet Muster-Datenschutzerklärung

Alle Psychotherapeuten, die für ihre Praxis eine Homepage betreiben, müssen ihre Datenschutzerklärung bis spätestens 25. Mai 2018 prüfen und anpassen. Dabei müssen alle Nutzer der Homepage darüber informiert werden, wie die Homepage personenbezogene Daten verwendet (Informationspflicht, Artikel 13 EU-Datenschutzgrundverordnung). Sie müssen darüber informiert werden, welche Daten gespeichert werden, aus welchem Grund, auf welcher Rechtsgrundlage, wer dafür verantwortlich ist und welche Rechte man als Nutzer hat. Diese Informationspflicht besteht schon dann, wenn ein Nutzer eine Praxishomepage aufruft. Bereits durch den Aufruf wird z. B. die Kennung des Computers, seine IP-Adresse (IP = Internetprotokoll) übertragen.

Nach der EU-Datenschutzgrundverordnung muss jeder Nutzer mittels einer Datenschutzerklärung darüber informiert werden, welche Daten die Homepage einer psychotherapeutischen Praxis nutzt und speichert. Je nachdem, wie die Homepage gestaltet ist, muss die Datenschutzerklärung dabei z. B. auch Social-Media-Plugins berücksichtigen, mit denen die Homepage sich zu sozialen Netzwerken verbindet. Weitere Informationspflichten gibt es bei der Verwendung von Kontaktformularen oder der Online-Terminvergabe, da Namen und Kontaktdaten der Patienten abgefragt werden müssen, um ihnen antworten zu können.

Demjenigen, der eine Homepage betreibt, die nicht dem neuen EU-Datenschutz entspricht, drohen Bußgelder. Außerdem sehen manche Anwälte ein lukratives Geschäft darin, fehlerhafte Homepages kostenpflichtig abzumahnen.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) bietet eine Muster-Datenschutzerklärung, mit der die eigene Datenschutzerklärung geprüft werden kann. Diese Vorlage ersetzt aber nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt oder einen Experten für Datenschutz.

Mit der EU-Datenschutzgrundverordnung haben Praxisinhaber erweiterte Informationspflichten gegenüber den Patienten, nicht nur auf der Homepage, sondern auch in der Praxis. Sie müssen darüber informiert werden, wie die Praxis personenbezogene Daten erhebt, verarbeitet oder speichert.

Downloads:

Am 02.05.2018 fand die Veranstaltung „250 Tage Sprachmittlerpool – Modellprojekt zur Integration von SprachmittlerInnen in die ambulante psychotherapeutisch-psychiatrische Versorgung: Erste Ergebnisse“ in den Räumen der KV Hamburg statt. Ein ausführlicher Bericht erfolgt in der nächsten Ausgabe des Psychotherapeutenjournals.

Fotografische Eindrücke finden Sie hier auf der Seite von SEGEMI e.V.

Die Präsentationen der Veranstaltung finden Sie hier zum Download:

AUSBILDUNGSREFORM – WIR WARTEN IMMER NOCH!

Die Psychologie-Fachschaft der Universität Hamburg sowie PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) protestierten am 5.5.2018 gemeinsam am Jungfernstieg. Unter dem Motto „Ausbildungsreform – wir warten immer noch!“ forderten sie die zügige Umsetzung der Reform des Psychotherapeutengesetzes.

Kammerpräsidentin Heike Peper besuchte die Demonstrierenden und begrüßte deren Einsatz: „Das Reformvorhaben steht im Koalitionsvertrag. Nun müssen wir auf allen Ebenen daran arbeiten, dass es in dieser Legislaturperiode auch umgesetzt wird.“
Die Protestaktion fand im Rahmen der bundesweiten Protestwoche der Psychologie-Fachschaftenkonferenz (PsyFaKo) vom 30.4. – 5.5.2018 statt, die von vielen Berufsverbänden und der Gewerkschaft ver.di unterstützt wurde.

 

12. Deutscher Psychotherapeutentag in Bremen

Der 32. Deutsche Psychotherapeutentag (DPT) am 20. und 21. April 2018 in Bremen forderte, die Reform der Psychotherapeutenausbildung zügig abzuschließen. Dabei votierte er für eine Erprobungsklausel, um die Ausbildung der Psychotherapeuten künftig flexibel an Veränderungen anpassen zu können. Außerdem stellte der 32. DPT die Weichen für eine konsequentere Frauenförderung und forderte von der Politik einen Ausbau der ambulanten Versorgung, insbesondere außerhalb von Ballungszentren und im Ruhrgebiet, um die unzumutbar langen Wartezeiten auf eine psychotherapeutische Behandlung zu verringern.

Den gesamten Artikel sowie fotografische Eindrücke der Veranstaltung finden Sie hier.

BPtK schließt Vereinbarung mit dem Bundesministerium des Inneren

Bundespolizisten sind ab sofort nicht mehr darauf angewiesen, einen freien Behandlungsplatz in einer psychotherapeutischen Praxis mit Kassenzulassung zu finden. Sie können sich jetzt für die Behandlung unmittelbar an eine Privatpraxis wenden. Dazu hat die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium des Inneren geschlossen.

„Angesichts der Wartezeiten von durchschnittlich 20 Wochen auf einen Behandlungsplatz beim Psychotherapeuten mit Kassenzulassung ist das ein großer Schritt zur Verbesserung der Versorgung von Bundespolizisten“, erläutert Dr. Dietrich Munz, Präsident der BPtK. „Eine ähnliche Vereinbarung mit dem Bundesministerium der Verteidigung ist bereits ein großer Erfolg, an den wir jetzt anknüpfen.“

Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung, die Bundespolizisten behandeln möchten, müssen über die Fachkunde in einem Richtlinienverfahren verfügen. Das Verfahren, die Anträge und die Bewilligungsschritte richten sich nach den Vorgaben, wie sie in der gesetzlichen Krankenversicherung gelten und insbesondere in der Psychotherapie-Richtlinie festgelegt sind. Wendet sich ein Bundespolizist unmittelbar an eine Praxis ohne Kassenzulassung, so ist dort – wie im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung auch – grundsätzlich eine psychotherapeutische Sprechstunde nach Maßgabe der Psychotherapie-Richtlinie durchzuführen. Ein Bundespolizist kann sich allerdings auch erst nach der psychotherapeutischen Sprechstunde in einer Praxis mit Kassenzulassung dorthin wenden. Auch die entsprechenden Formulare der gesetzlichen Krankenversicherung sind zu nutzen.

Wesentlicher Unterschied ist, dass der Psychotherapeut nicht über eine Kassenzulassung verfügen muss und dass Anträge nicht an eine Krankenkasse, sondern an die Heilfürsorgestelle Bundespolizei in 53754 Sankt Augustin zu richten sind. Erforderliche Berichte an den Gutachter sind ebenfalls in einem verschlossenen und gekennzeichneten Umschlag an die Heilfürsorgestelle zu senden, die diese an die Gutachter weiterleitet. Die Abrechnung erfolgt hingegen über die Abrechnungsstelle Heilfürsorge Bundespolizei in 53754 Sankt Augustin. Die Leistungen des Psychotherapeuten werden mit dem 2,2-fachen Satz nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vergütet.

Die wesentlichen Inhalte der Psychotherapie-Richtlinie sind in der Praxis-Info „Psychotherapie-Richtlinie“ der BPtK zusammengefasst. Dort können sich Psychotherapeuten, die Bundespolizisten behandeln möchten, über die wichtigsten Punkte informieren.

Für Psychotherapeuten mit Kassenzulassung ändert sich durch die Vereinbarung nichts. Sie rechnen die Behandlung von Bundespolizisten weiterhin über die Kassenärztliche Vereinigung entsprechend der Vereinbarung zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Bundesinnenministerium ab.

Links:

Praxis-Info „Psychotherapie-Richtlinie“