DKI VERÖFFENTLICHT PSYCHIATRIE BAROMETER 2017/2018

Psychiatrische und psychosomatische Kliniken/Abteilungen haben große Schwierigkeiten, Fachkräfte für den ärztlichen oder Pflegedienst zu finden. Dagegen lassen sich offene Stellen für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten meist gut besetzen. Dies sind die Ergebnisse des neuen PSYCHiatrie Barometers 2017/2018 des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI).

So gab nur gut jede zehnte der befragten Kliniken (13 %) an, Schwierigkeiten zu haben, offene Stellen für Psychotherapeuten zu besetzen. Bei den Stellen für Psychologen ohne Approbation lag der Anteil der Einrichtungen mit Stellenvakanzen sogar nur bei vier Prozent. Für den ärztlichen Dienst gaben hingegen fast zwei Drittel der befragten Kliniken für Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie (63 %) sowie rund ein Drittel der psychosomatischen Einrichtungen (33 %) an, offene Arztstellen nicht besetzen zu können.

Die Zahlen belegen, dass ohne Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten die stationäre Versorgung psychisch kranker Menschen nicht mehr möglich ist. Mit der Reform der Psychotherapeutenausbildung werden Psychotherapeuten zukünftig noch besser für diesen Bereich qualifiziert werden. Bei den neuen Personalanforderungen für Psychiatrie und Psychosomatik im Gemeinsamen Bundesausschuss sollte dies berücksichtigt werden.

Das PSYCHiatrie Barometer wird jährlich vom DKI erstellt. Befragt werden alle psychiatrischen und psychosomatischen Fachkrankenhäuser sowie Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern. An der Befragung für das PSYCHiatrie Barometer 2017/2018 haben insgesamt 104 Einrichtungen teilgenommen.

Links:

PSYCHiatrie Barometer 2017/2018 des Deutschen Krankenhausinstituts

GMK fordert Gesetzentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung

Die Gesundheitsminister der Länder begrüßen eine Reform der Psychotherapeutenausbildung. Dabei unterstützen sie die Bundesregierung bei ihren Plänen, die Psychotherapeutenausbildung strukturell an die anderen Heilberufe anzupassen. Aus Gründen des Patientenschutzes seien Art und Verbindlichkeit der Ausbildungsstrukturen sowie staatliche Prüfungen bei bundeseinheitlicher Vergleichbarkeit gesetzlich zu regeln. Die bestehende Qualität der postgradualen Psychotherapeutenausbildung muss für die zukünftige Weiterbildung erhalten bleiben. Die Gesundheitsminister der Länder fordern das Bundesgesundheitsministerium dazu auf, dies im Gesetzentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung sicherzustellen. Das geht aus einem einstimmigen Beschluss der 91. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am 20./21. Juni 2018 hervor.

Geplant ist, die derzeitige postgraduale Psychotherapeutenausbildung nach einem Hochschulstudium durch ein Approbationsstudium mit anschließender Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten zu ersetzen. Das Bundesgesundheitsministerium wird von den Gesundheitsministern der Länder gebeten, dazu zeitnah einen Gesetzentwurf vorzulegen und das Gesetzgebungsverfahren unter kontinuierlicher Beteiligung der Länder zügig voranzutreiben.

„Auch wir halten gesetzliche Regelungen zur Sicherung der hohen heutigen Ausbildungsqualität für die Zeit nach der Reform für unabdingbar“, so Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. „Dazu gehören vor allem auch Regelungen, die eine ambulante Weiterbildung an Weiterbildungsinstituten sicherstellen, um für die Leistungen der Psychotherapie-Richtlinie qualifizieren zu können.“

Das Bundesministerium für Gesundheit hatte zur Reform der Psychotherapeutenausbildung im Juli 2017 einen Arbeitsentwurf vorgelegt, der sich allerdings auf das zur Approbation führende Studium beschränkte und die Regelungen zur Finanzierung der Weiterbildung zurückstellte.

Downloads

Links:

Beschluss der 91. GMK (2018) – TOP: 6.5 Reform der Psychotherapeutenausbildung

BERICHT ÜBER DEN 7. HAMBURGER PSYCHOTHERAPEUTENTAG IN DER EPPENDORFER ZEITUNG FÜR PSYCHIATRIE & SOZIALES

Auf den Seiten der Eppendorfer Zeitung für Psychiatrie & Soziales ist ein Artikel über den 7. Hamburger Psychotherapeutentag erschienen, den Sie hier nachlesen können.

Die Frage nach dem Sinn

22.500 UNTERSCHRIFTEN FÜR EINE ZÜGIGE REFORM DER PSYCHOTHERAPEUTENAUSBILDUNG

Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) haben eine Petition mit rund 22.500 Unterschriften an den Gesundheitsausschuss des Bundestages übergeben, in der sie eine zügige Reform der Psychotherapeutenausbildung fordern. In der Petition weisen sie auf ihre prekäre Situation hin. Bisher müssten PiA trotz abgeschlossenen Studiums eineinhalb Jahre ohne oder bei geringer Bezahlung in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen arbeiten. Gleichzeitig hätten sie die Kosten ihrer Ausbildung selbst zu tragen, die durchschnittlich 25.000 Euro betrügen.

Das Bundesministerium für Gesundheit habe 2017 einen Arbeitsentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung vorgelegt. Außerdem lägen Konzepte für ein Psychotherapiestudium mit anschließender vergüteter Weiterbildung vor. Vor diesem Hintergrund forderten die PiA den Gesundheitsausschuss des Bundestages auf, sich umgehend für die Reform der Psychotherapeutenausbildung einzusetzen.

Links:
Homepage PiA-Politik

EXISTENZIELLE KRISEN UND DIE FRAGE NACH DEM SINN

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„Existenzielle Krisen und die Frage nach dem Sinn“ – unter diesem Titel fanden sich am 09.06.2018 rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie neun Referentinnen und Referenten in den Räumlichkeiten der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg ein.

Die Anwesenden wurden von Präsidentin Heike Peper im Namen des Kammervorstandes willkommen geheißen. Sie ging in ihrer Begrüßungsrede auf die unterschiedlichen Ursachen von existenziellen Krisen ein. So erleben Menschen besonders in Zeiten von Hilflosigkeit, Trauer, Verlust oder Krankheit existenzielle Krisen, die von Zweifel, Hoffnungslosigkeit und Verunsicherung begleitet werden können. Psychotherapie kann bei der Bewältigung dieser Krisen Unterstützung bieten.

Fachvorträge

Der sehr informative und anregende Vortrag von Dr. Thomas Kriza „Die philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens“ wies schon zu Beginn darauf hin, dass es nicht „die eine“ gute Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens gibt, sondern dass sich die Beantwortung dieser Frage von Person zu Person unterscheidet. In seinem Vortrag zeigte Dr. Kriza zur näheren Betrachtung der Frage unterschiedliche Ansätze von Philosophen auf und machte dabei deutlich, dass sich die Anschauungen der Antike über den Sinn des Lebens zwar von den heutigen unterscheiden, auf diese aber dennoch immer wieder Bezug genommen wird. In dieser von ihm beschriebene „Zwiespältigkeit des modernen Denkens“ muss jede Person für sich bestimmen, welche Wertvorstellungen und Ziele sie hat und was sinnstiftend für ihr Leben ist.

Prof. Dr. Thomas Bock und Gwen Schulz nahmen in ihrem Vortrag „Psychosen als existenzielle Krisen und die Frage nach dem Sinn“ unter anderem die Gründe für das Verschwimmen der Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt unter die Lupe. Die beiden Referent/inn/en schilderten dabei sehr eindrucksvoll unter den Aspekten „Verständnis“, „Frage nach dem Sinn“, „Was hilft, was nicht“ und „Kooperationshintergrund für Praxen“ ihre jeweilige Perspektive auf das Thema. So sprach die Referentin Gwen Schulz aus ihrer Sicht als psychose-erfahrene Expertin und Genesungsbegleiterin über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse. Dr. Thomas Bock erläuterte die Aspekte aus fachlicher und theoretischer Sicht und gab Beispiele aus seinen Erfahrungen als Psychotherapeut.

Den Abschluss des Vormittags bildete der Vortrag „Existenzielle Belastungen und sinnzentrierte Interventionen: Überblick über den Stand der Forschung“ von Prof. Dr. Anja Mehnert. Sie gab einen detaillierten Überblick über den Stand der Forschung zur Auftretenshäufigkeit existenzieller Belastungen wie bspw. Demoralisierung und Verlust an Lebenssinn im Rahmen der Verarbeitung von Krankheiten oder schweren Lebensereignissen und stellte Psychotherapeutische Behandlungskonzepte vor.

Workshops

In den insgesamt sechs Workshops am Nachmittag beleuchteten die Teilnehmenden das Tagungsthema unter verschiedenen Aspekten.

  • Managing Cancer and Living Meaningfully (CALM): Eine sinnzentrierte Kurzzeitintervention für Patientinnen und Patienten mit einer unheilbaren Erkrankung (Leitung: Prof. Dr. Anja Mehnert)
  • Psychotherapie und Genesungsbegleitung – fruchtbare Zusammenarbeit (Leitung: Prof. Dr. Thomas Bock / Gwen Schulz)
  • Die existenzielle Psychotherapie Irvin Yaloms (Leitung: Dipl.-Psych. Sigrid Pape)
  • Ressourcen, die aus Krisen erwachsen (Leitung: Dipl.-Psych. Bärbel Göttmann / FÄ Anke Behrens)
  • Suizidalität im Alter (Leitung: Dipl.-Psych. Silvia Renken)
  • Back to the roots: Braucht die moderne Psychotherapie (wieder mehr) Philosophie? (Leitung: Dr. Thomas Kriza / Dipl.-Psych. Torsten Michels)

Der Vorstand der Psychotherapeutenkammer Hamburg dankt allen Vortragenden, allen Leiterinnen und Leitern der Workshops und allen Teilnehmenden dafür, dass sie zu einem anregenden und lebendigen Psychotherapeutentag beigetragen haben.

Im Psychotherapeutenjournal 3/2018 (erscheint im September 2018) wird es einen ausführlichen Bericht zum 7. Hamburger Psychotherapeutentag geben.

Präsentationen

Bei Interesse an den Präsentationen von den Vorträgen am Vormittag senden Sie uns bitte eine Mail. Wir stellen Ihnen die Präsentaionen gern zur Verfügung.

Fotos

In unserer Fotogalerie vom 7. Hamburger Psychotherapeutentag können Sie ein paar Eindrücke von der Veranstaltung gewinnen.

 

7. HAMBURGER PSYCHOTHERAPEUTENTAG AM 09.06.2018

Am 09.06.2018 findet zum 7. Mal der Hamburger Psychotherapeutentag statt. Unter dem Motto „Existenzielle Krisen und die Frage nach dem Sinn“ werden sich die teilnehmenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten nicht nur mit aktuellen psychotherapeutischen Konzepten auseinandersetzen, sondern sich dem Thema auch philosophisch nähern.

Die Veranstaltung ist leider ausgebucht.

Pressevertreterinnen und -vertreter können sich bei Interessse gern an die Geschäftsstelle wenden.

– 7. Hamburger Psychotherapeutentag am 9.6.2018

BROSCHÜRE AKTUALISIERT

Die KBV hat ihre Servicebroschüre zur Reha-Verordnung aktualisiert und erweitert. Das Heft informiert jetzt auch Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten über ihre Möglichkeiten bei der Reha-Verordnung.

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KBV-Praxiswissen: „Medizinische Rehabilitation“