22.500 UNTERSCHRIFTEN FÜR EINE ZÜGIGE REFORM DER PSYCHOTHERAPEUTENAUSBILDUNG

Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) haben eine Petition mit rund 22.500 Unterschriften an den Gesundheitsausschuss des Bundestages übergeben, in der sie eine zügige Reform der Psychotherapeutenausbildung fordern. In der Petition weisen sie auf ihre prekäre Situation hin. Bisher müssten PiA trotz abgeschlossenen Studiums eineinhalb Jahre ohne oder bei geringer Bezahlung in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen arbeiten. Gleichzeitig hätten sie die Kosten ihrer Ausbildung selbst zu tragen, die durchschnittlich 25.000 Euro betrügen.

Das Bundesministerium für Gesundheit habe 2017 einen Arbeitsentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung vorgelegt. Außerdem lägen Konzepte für ein Psychotherapiestudium mit anschließender vergüteter Weiterbildung vor. Vor diesem Hintergrund forderten die PiA den Gesundheitsausschuss des Bundestages auf, sich umgehend für die Reform der Psychotherapeutenausbildung einzusetzen.

Links:
Homepage PiA-Politik

EXISTENZIELLE KRISEN UND DIE FRAGE NACH DEM SINN

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„Existenzielle Krisen und die Frage nach dem Sinn“ – unter diesem Titel fanden sich am 09.06.2018 rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie neun Referentinnen und Referenten in den Räumlichkeiten der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg ein.

Die Anwesenden wurden von Präsidentin Heike Peper im Namen des Kammervorstandes willkommen geheißen. Sie ging in ihrer Begrüßungsrede auf die unterschiedlichen Ursachen von existenziellen Krisen ein. So erleben Menschen besonders in Zeiten von Hilflosigkeit, Trauer, Verlust oder Krankheit existenzielle Krisen, die von Zweifel, Hoffnungslosigkeit und Verunsicherung begleitet werden können. Psychotherapie kann bei der Bewältigung dieser Krisen Unterstützung bieten.

Fachvorträge

Der sehr informative und anregende Vortrag von Dr. Thomas Kriza „Die philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens“ wies schon zu Beginn darauf hin, dass es nicht „die eine“ gute Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens gibt, sondern dass sich die Beantwortung dieser Frage von Person zu Person unterscheidet. In seinem Vortrag zeigte Dr. Kriza zur näheren Betrachtung der Frage unterschiedliche Ansätze von Philosophen auf und machte dabei deutlich, dass sich die Anschauungen der Antike über den Sinn des Lebens zwar von den heutigen unterscheiden, auf diese aber dennoch immer wieder Bezug genommen wird. In dieser von ihm beschriebene „Zwiespältigkeit des modernen Denkens“ muss jede Person für sich bestimmen, welche Wertvorstellungen und Ziele sie hat und was sinnstiftend für ihr Leben ist.

Prof. Dr. Thomas Bock und Gwen Schulz nahmen in ihrem Vortrag „Psychosen als existenzielle Krisen und die Frage nach dem Sinn“ unter anderem die Gründe für das Verschwimmen der Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt unter die Lupe. Die beiden Referent/inn/en schilderten dabei sehr eindrucksvoll unter den Aspekten „Verständnis“, „Frage nach dem Sinn“, „Was hilft, was nicht“ und „Kooperationshintergrund für Praxen“ ihre jeweilige Perspektive auf das Thema. So sprach die Referentin Gwen Schulz aus ihrer Sicht als psychose-erfahrene Expertin und Genesungsbegleiterin über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse. Dr. Thomas Bock erläuterte die Aspekte aus fachlicher und theoretischer Sicht und gab Beispiele aus seinen Erfahrungen als Psychotherapeut.

Den Abschluss des Vormittags bildete der Vortrag „Existenzielle Belastungen und sinnzentrierte Interventionen: Überblick über den Stand der Forschung“ von Prof. Dr. Anja Mehnert. Sie gab einen detaillierten Überblick über den Stand der Forschung zur Auftretenshäufigkeit existenzieller Belastungen wie bspw. Demoralisierung und Verlust an Lebenssinn im Rahmen der Verarbeitung von Krankheiten oder schweren Lebensereignissen und stellte Psychotherapeutische Behandlungskonzepte vor.

Workshops

In den insgesamt sechs Workshops am Nachmittag beleuchteten die Teilnehmenden das Tagungsthema unter verschiedenen Aspekten.

  • Managing Cancer and Living Meaningfully (CALM): Eine sinnzentrierte Kurzzeitintervention für Patientinnen und Patienten mit einer unheilbaren Erkrankung (Leitung: Prof. Dr. Anja Mehnert)
  • Psychotherapie und Genesungsbegleitung – fruchtbare Zusammenarbeit (Leitung: Prof. Dr. Thomas Bock / Gwen Schulz)
  • Die existenzielle Psychotherapie Irvin Yaloms (Leitung: Dipl.-Psych. Sigrid Pape)
  • Ressourcen, die aus Krisen erwachsen (Leitung: Dipl.-Psych. Bärbel Göttmann / FÄ Anke Behrens)
  • Suizidalität im Alter (Leitung: Dipl.-Psych. Silvia Renken)
  • Back to the roots: Braucht die moderne Psychotherapie (wieder mehr) Philosophie? (Leitung: Dr. Thomas Kriza / Dipl.-Psych. Torsten Michels)

Der Vorstand der Psychotherapeutenkammer Hamburg dankt allen Vortragenden, allen Leiterinnen und Leitern der Workshops und allen Teilnehmenden dafür, dass sie zu einem anregenden und lebendigen Psychotherapeutentag beigetragen haben.

Im Psychotherapeutenjournal 3/2018 (erscheint im September 2018) wird es einen ausführlichen Bericht zum 7. Hamburger Psychotherapeutentag geben.

Präsentationen

Bei Interesse an den Präsentationen von den Vorträgen am Vormittag senden Sie uns bitte eine Mail. Wir stellen Ihnen die Präsentaionen gern zur Verfügung.

Fotos

In unserer Fotogalerie vom 7. Hamburger Psychotherapeutentag können Sie ein paar Eindrücke von der Veranstaltung gewinnen.

 

BROSCHÜRE AKTUALISIERT

Die KBV hat ihre Servicebroschüre zur Reha-Verordnung aktualisiert und erweitert. Das Heft informiert jetzt auch Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten über ihre Möglichkeiten bei der Reha-Verordnung.

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KBV-Praxiswissen: „Medizinische Rehabilitation“

BPtK bietet Muster-Datenschutzerklärung

Alle Psychotherapeuten, die für ihre Praxis eine Homepage betreiben, müssen ihre Datenschutzerklärung bis spätestens 25. Mai 2018 prüfen und anpassen. Dabei müssen alle Nutzer der Homepage darüber informiert werden, wie die Homepage personenbezogene Daten verwendet (Informationspflicht, Artikel 13 EU-Datenschutzgrundverordnung). Sie müssen darüber informiert werden, welche Daten gespeichert werden, aus welchem Grund, auf welcher Rechtsgrundlage, wer dafür verantwortlich ist und welche Rechte man als Nutzer hat. Diese Informationspflicht besteht schon dann, wenn ein Nutzer eine Praxishomepage aufruft. Bereits durch den Aufruf wird z. B. die Kennung des Computers, seine IP-Adresse (IP = Internetprotokoll) übertragen.

Nach der EU-Datenschutzgrundverordnung muss jeder Nutzer mittels einer Datenschutzerklärung darüber informiert werden, welche Daten die Homepage einer psychotherapeutischen Praxis nutzt und speichert. Je nachdem, wie die Homepage gestaltet ist, muss die Datenschutzerklärung dabei z. B. auch Social-Media-Plugins berücksichtigen, mit denen die Homepage sich zu sozialen Netzwerken verbindet. Weitere Informationspflichten gibt es bei der Verwendung von Kontaktformularen oder der Online-Terminvergabe, da Namen und Kontaktdaten der Patienten abgefragt werden müssen, um ihnen antworten zu können.

Demjenigen, der eine Homepage betreibt, die nicht dem neuen EU-Datenschutz entspricht, drohen Bußgelder. Außerdem sehen manche Anwälte ein lukratives Geschäft darin, fehlerhafte Homepages kostenpflichtig abzumahnen.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) bietet eine Muster-Datenschutzerklärung, mit der die eigene Datenschutzerklärung geprüft werden kann. Diese Vorlage ersetzt aber nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt oder einen Experten für Datenschutz.

Mit der EU-Datenschutzgrundverordnung haben Praxisinhaber erweiterte Informationspflichten gegenüber den Patienten, nicht nur auf der Homepage, sondern auch in der Praxis. Sie müssen darüber informiert werden, wie die Praxis personenbezogene Daten erhebt, verarbeitet oder speichert.

Downloads:

Am 02.05.2018 fand die Veranstaltung „250 Tage Sprachmittlerpool – Modellprojekt zur Integration von SprachmittlerInnen in die ambulante psychotherapeutisch-psychiatrische Versorgung: Erste Ergebnisse“ in den Räumen der KV Hamburg statt. Ein ausführlicher Bericht erfolgt in der nächsten Ausgabe des Psychotherapeutenjournals.

Fotografische Eindrücke finden Sie hier auf der Seite von SEGEMI e.V.

Die Präsentationen der Veranstaltung finden Sie hier zum Download:

AUSBILDUNGSREFORM – WIR WARTEN IMMER NOCH!

Die Psychologie-Fachschaft der Universität Hamburg sowie PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) protestierten am 5.5.2018 gemeinsam am Jungfernstieg. Unter dem Motto „Ausbildungsreform – wir warten immer noch!“ forderten sie die zügige Umsetzung der Reform des Psychotherapeutengesetzes.

Kammerpräsidentin Heike Peper besuchte die Demonstrierenden und begrüßte deren Einsatz: „Das Reformvorhaben steht im Koalitionsvertrag. Nun müssen wir auf allen Ebenen daran arbeiten, dass es in dieser Legislaturperiode auch umgesetzt wird.“
Die Protestaktion fand im Rahmen der bundesweiten Protestwoche der Psychologie-Fachschaftenkonferenz (PsyFaKo) vom 30.4. – 5.5.2018 statt, die von vielen Berufsverbänden und der Gewerkschaft ver.di unterstützt wurde.

 

12. Deutscher Psychotherapeutentag in Bremen

Der 32. Deutsche Psychotherapeutentag (DPT) am 20. und 21. April 2018 in Bremen forderte, die Reform der Psychotherapeutenausbildung zügig abzuschließen. Dabei votierte er für eine Erprobungsklausel, um die Ausbildung der Psychotherapeuten künftig flexibel an Veränderungen anpassen zu können. Außerdem stellte der 32. DPT die Weichen für eine konsequentere Frauenförderung und forderte von der Politik einen Ausbau der ambulanten Versorgung, insbesondere außerhalb von Ballungszentren und im Ruhrgebiet, um die unzumutbar langen Wartezeiten auf eine psychotherapeutische Behandlung zu verringern.

Den gesamten Artikel sowie fotografische Eindrücke der Veranstaltung finden Sie hier.

BPtK schließt Vereinbarung mit dem Bundesministerium des Inneren

Bundespolizisten sind ab sofort nicht mehr darauf angewiesen, einen freien Behandlungsplatz in einer psychotherapeutischen Praxis mit Kassenzulassung zu finden. Sie können sich jetzt für die Behandlung unmittelbar an eine Privatpraxis wenden. Dazu hat die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium des Inneren geschlossen.

„Angesichts der Wartezeiten von durchschnittlich 20 Wochen auf einen Behandlungsplatz beim Psychotherapeuten mit Kassenzulassung ist das ein großer Schritt zur Verbesserung der Versorgung von Bundespolizisten“, erläutert Dr. Dietrich Munz, Präsident der BPtK. „Eine ähnliche Vereinbarung mit dem Bundesministerium der Verteidigung ist bereits ein großer Erfolg, an den wir jetzt anknüpfen.“

Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung, die Bundespolizisten behandeln möchten, müssen über die Fachkunde in einem Richtlinienverfahren verfügen. Das Verfahren, die Anträge und die Bewilligungsschritte richten sich nach den Vorgaben, wie sie in der gesetzlichen Krankenversicherung gelten und insbesondere in der Psychotherapie-Richtlinie festgelegt sind. Wendet sich ein Bundespolizist unmittelbar an eine Praxis ohne Kassenzulassung, so ist dort – wie im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung auch – grundsätzlich eine psychotherapeutische Sprechstunde nach Maßgabe der Psychotherapie-Richtlinie durchzuführen. Ein Bundespolizist kann sich allerdings auch erst nach der psychotherapeutischen Sprechstunde in einer Praxis mit Kassenzulassung dorthin wenden. Auch die entsprechenden Formulare der gesetzlichen Krankenversicherung sind zu nutzen.

Wesentlicher Unterschied ist, dass der Psychotherapeut nicht über eine Kassenzulassung verfügen muss und dass Anträge nicht an eine Krankenkasse, sondern an die Heilfürsorgestelle Bundespolizei in 53754 Sankt Augustin zu richten sind. Erforderliche Berichte an den Gutachter sind ebenfalls in einem verschlossenen und gekennzeichneten Umschlag an die Heilfürsorgestelle zu senden, die diese an die Gutachter weiterleitet. Die Abrechnung erfolgt hingegen über die Abrechnungsstelle Heilfürsorge Bundespolizei in 53754 Sankt Augustin. Die Leistungen des Psychotherapeuten werden mit dem 2,2-fachen Satz nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vergütet.

Die wesentlichen Inhalte der Psychotherapie-Richtlinie sind in der Praxis-Info „Psychotherapie-Richtlinie“ der BPtK zusammengefasst. Dort können sich Psychotherapeuten, die Bundespolizisten behandeln möchten, über die wichtigsten Punkte informieren.

Für Psychotherapeuten mit Kassenzulassung ändert sich durch die Vereinbarung nichts. Sie rechnen die Behandlung von Bundespolizisten weiterhin über die Kassenärztliche Vereinigung entsprechend der Vereinbarung zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Bundesinnenministerium ab.

Links:

Praxis-Info „Psychotherapie-Richtlinie“

PRÄSENTATION DER VERANSTALTUNG

Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich am 25.04.2018 in den Räumlichkeiten der KV Hamburg zur Veranstaltung „Abstinenz in der Psychotherapie“ zusammen.

Ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltung wird im kommenden Psychotherapeutenjournal erscheinen.
Unter folgendem Link können Sie sich bei Interesse die Präsentation herunterladen.

Präsentation: Joahnnes Schopohl Abstinenz in der Psychotherapie.pdf (PDF, 352 kb)

Um zu erfahren, an welchen Fortbildungsinhalten Sie besonders interessiert sind, haben wir bereits vor einem Jahr eine Umfrage bei allen Kammermitgliedern durchgeführt. So konnten wir zu den gefragten Themen „Reform der Psychotherapie-Richtlinie“, „Schweigepflicht in der Psychotherapie“, „neue sozialrechtliche Befugnisse“ und „Abstinenz in der Psychotherapie“ mehrere kostenfreie Veranstaltungen anbieten. Für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/inn/en wurde zudem erstmalig ein Hamburger KJP-Tag ausgerichtet.

Aktuell planen wir eine oder mehrere Veranstaltung(en) zum Thema „Psychosoziale Versorgungsangebote in Hamburg“. Gerne möchten wir auch hierbei Ihre Ideen und Wünsche einfließen lassen und freuen uns deshalb, wenn Sie uns zurückmelden, welche Themenbereiche wir bei der Planung berücksichtigen sollen. Klicken Sie dafür einfach im unten dargestellten Formular die Themenbereiche an, die Sie besonders interessieren oder nutzen Sie für weitere Vorschläge das Freitextfeld.

08.05.2018:Die Umfrage wurde geschlossen.