Prozesse systemischer Therapie und Beratung geraten nicht selten ins Stocken oder gar an ihre Grenzen geraten, wenn…
• für Klienten*innen bestimmte Themen mit sehr starken negativen Emotionen wie etwa Ängsten, Wut, Scham, Schuldgefühlen, Trauer oder starker Ablehnung verbunden sind,
• psychische „Blockaden“ am Werk zu sein scheinen,
• „die Zeit“ die psychischen „Wunden“ nicht heilt und auch nicht wiederholtes „Reden darüber“
• Sprachlosigkeit vorherrscht.
Diese starken Emotionen und „Blockierungen“ haben ihren Ursprung oft in (kleineren oder großen) einschneidenden, erschütternden – im weiten Sinne: traumatischen – Erfahrungen, die bisher nicht hinreichend verarbeitet werden konnten.
Hier kann die Anwendung von EMDR oft schnell und effektiv Prozesse wieder „in Fahrt“ bringen:
Die Methode EMDR („Eye Movement Desensitization and Reprocessing“) ist ein wissenschaftlich anerkanntes, äußerst effektives und schnelles Kurzzeit-Therapieverfahren zur Verarbeitung belastender Erinnerungen und traumatischer Erfahrungen. Die Nachverarbeitung erfolgt dabei mithilfe schneller Rechts-Links-Augenbewegungen oder anderer bilateraler Stimulationen. Dies führt meist zu einer – oft verblüffend schnellen – emotionalen Entlastung, einer kognitiven Neueinordnung des Geschehenen sowie zu der Realisierung, dass die Gefahr von damals „wirklich vorbei“ ist.
Diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Therapie-Methode ist inzwischen weit verbreitet und u.a. von der WHO und dem „wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie“ anerkannt.
Und: EMDR lässt sich hervorragend in Prozesse systemischer Therapie und Beratung integrieren sowie mit systemischen Methoden kombinieren.
In diesem Jahr bietet das ISS erstmals eine eigene 6tägige EMDR-Fortbildung an. Die Referentin Dr. Martina Parge, systemische Therapeutin und Supervisorin (SG) sowie EMDR-Therapeutin, verbindet in ihrer Arbeit seit vielen Jahren systemische Therapie und Beratung und EMDR. Sie vermittelt die Anwendung von EMDR sehr anschaulich, theoretisch fundiert und praxisorientiert.
Zielgruppe:
Die Fortbildung richtet sich vornehmlich an Systemische Therapeuten*innen und Berater*innen (mit abgeschlossener oder in laufender Fortbildung). Interessenten*innen mit anderer therapeutischer Qualifikation sind nach Absprache gern willkommen.
Akkreditierung-Nummer: 2767202024012611091
Fortbildungspunkte: 61
Art des Veranstaltungsortes: Präsenz
Referent*innen:
– Martina Parge
Wissenschaftliche*r Leiter*in:
– Ulrich Wilken
Modulname | Schwerpunkt | Modulbeginn | Modulende |
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1. Block | Einführung: Was ist EMDR? – Theoretische Grundlagen: Grundlagen Psychotraumatologie, Theoretische Erklärungsmodelle für EMDR, Effektivitätsstudien für EMDR, Indikationen und Kontraindikationen für EMDR; Die Praxis von EMDR: 8 Phasen der EMDR-Behandlung: Das EMDR-Standardprotokoll (Darstellung, Demos und Übungen in Kleingruppen); Besprechung der Aufgaben für die Zeit bis zum Block | 23.09.2024 10:00 | 25.09.2024 16:30 |
2. Block | Wiedereinstieg in die Thematik: Austausch über EMDR-Erfahrungen zwischen den Blöcken, Sammeln von offenen Fragen, 1.3 Kurze Wiederholung EMDR-Standardprotokoll; Woran erkenne ich in Therapie- und Beratungsprozessen, dass eine EMDR-Intervention hilfreich /angezeigt sein könnte?; Einbettung von EMDR in systemische Therapieprozesse (u.a.: Rahmung, mögliche Methodenkombinationen mit Familienbrett und/oder Externalisierung); Vorgehensweisen für verschiedene Themen, Situationen und Szenarien; Vorstellung von „EMDR-Sonderprotokollen“; Ressourcenarbeit und EMDR; Checklisten und EMDR-Protokolle; Abschluss und | 02.12.2024 10:00 | 04.12.2024 16:30 |
Supervision | Einzel- oder Kleingruppensupervision | 23.09.2024 10:00 | 04.12.2024 16:30 |
Module einzel buchbar: nein
Anmeldung erforderlich
Telefon: 0404202246
E-Mail: info@systemischestudien.de
Internet: https://www.systemischestudien.de/weiterbildung
Gebühr pro Teilnehmer: 1150.00,- €